Spielbericht

Zwei Wochen nach unserem Erfolg in Crimmitschau standen zwei schwere Heimpartien auf dem Plan: Zu Gast waren die Teams aus Milkau und aus Hennersdorf. Dabei handelte es sich um zwei ambitionierte Teams. Die Unioner hatten ihr drei bisherigen Saisonspiele allesamt gewonnen und die Augustusburger derer zwei bei einer knappen Niederlage. Damit thronten auch beide Mannschaften an der Tabellenspitze.

Die Schwere der Aufgabe war also bekannt. Die Milkauer kannten wir dabei bereits zur Genüge aus den letzten Jahren. Bei den Hennersdorfern waren wir gespannt, wer von unserem ersten und bisher einzigen Aufeinandertreffen vor acht Jahren noch übrig war. Als die Jungs dann die Halle betraten, wurde es erst mal dunkel bei den ganzen Riesen die da aufliefen. Das sollte das Ganze dann wohl auch nicht unbedingt einfacher machen…

Bange machen ist aber nicht und so machten wir uns warm. Ausreichend Leute waren wir ja; dachte ich zumindest. Tilo kam dann doch erst später, Frank war bei seinen Mädels, Simon hatte Zahnweh und Ebbe war vorne rum nicht zu gebrauchen (am Netz meine ich damit). Da waren’s nur noch acht…

In Satz eins kamen wir dann aber gleich gut rein. Von Anfang an leicht in Front setzten wir die Gäste unter Druck und konnten zur Satzmitte gleich mal sieben Zähler zwischen uns legen. Wir spielten wie aus einem Guss. Scheinbar alles funktionierte. Alles was wir uns vorgenommen hatten, konnten wir auch umsetzen und die Milkauer damit auch zu Fehlern zwingen. Außerdem rieben sich die Gäste dann auch noch am guten Schiedsgericht auf, was uns natürlich in die Karten spielte, da sie sich nicht mehr voll auf ihr Spiel konzentrierten. So konnten wir den Durchgang auch klar mit 25:17 einfahren.

Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich die Partie zu einem echten Krimi! Die Milkauer kamen nun besser ins Spiel und wir mussten einige Alternativen finden, um den Druck hoch zu halten. Nur glitt uns trotz alledem das Geschehen leicht aus der Hand. Unser Blockspiel ließ etwas nach, die Angriffswucht ebenfalls und schon waren die Gäste auf fünf davon gezogen. Eine starke Aufschlagserie von Eric brachte uns bei 21:21 zurück und zwang die Unioner beide Auszeiten zu verbrauchen (unsere waren zu diesem Zeitpunkt leider auch schon flöten). Doch hintenraus wurde uns die eine oder andere Unkonzentriertheit zum Verhängnis und bei 23:25 war der Satzausgleich hergestellt.

Durchgang drei war dann fast ein Abbild des zweiten. Die Gäste gaben weiter Gas, wir hielten gegen. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Wieder fingen die Diskussionen mit dem Schiedsgericht an und hiervon wiederum ließen wir uns auch ein wenig ablenken. Das tat uns nicht so wirklich gut, denn wiederum mussten wir einem Rückstand nachhecheln. Diesmal kamen wir aber erst auf, als es fast schon zu spät war. Bei 20:24 schritt Julius zur Tat. Erneut mussten die Unioner eine Auszeit nehmen, welche diesmal im rechten Moment kam, denn bei 23:25 waren wir erneut geschlagen.

Schlecht waren wir nicht, ganz im Gegenteil. Aber wir standen halt einem starken Gegner gegenüber. Auch der vierte Durchgang war reich an Spannung. Jetzt lagen wir zwar von Anfang an im Hintertreffen, aber das brach unseren Willen nicht. Immer wieder kämpften wir uns ran und zwangen die Milkauer alles aus sich rauszuholen. Auszeiten, Wechsel, Umstellungen, alles half nichts. Wir glichen erneut bei 21:21 aus. Einen Aufschlagfehler von mir und zwei weitere Eigenfehler später hatten die Gäste bei 21:24 drei Matchbälle. Aber diese konnten wir allesamt abwehren! 24:24. Jetzt schien das Pendel zu unseren Gunsten auszuschlagen. Das Spiel stand auf Messers Schneide. Aber allem Kampf zum Trotz spielten die Milkauer ihre ganze Klasse aus und zwangen uns 24:26 in die Knie.

Scheiße auch, da war mehr drin! Immerhin hatten wir sogar mehr kleine Punkte erzielt, was die Knappheit des Geschehens noch einmal verdeutlicht. Aber es gab ja noch ein zweites Spiel. Mit der gezeigten Leistung sollten wir da auf jeden Fall auch mithalten können. Außerdem kam Tilo dazu. Das machte Mut, auch wenn uns zwei Mitstreiter verlassen mussten. Sehr erfreulich war auch, dass man plötzlich unseren alten Libero Metze und dessen Familie nach laaaaaanger Abstinenz wieder auf der Tribüne erblicken konnte! Das schreit nach Wiederholung!!!

Los ging’s mit gegenseitigem Abtasten. Beide Seiten tasteten sich nur langsam an die Materie ran. Zu unbekannt war der Gegner und zu wichtig die Partie. Für die Gäste galt es, oben dran zu bleiben und wir wollten auf die gute Leistung des ersten Spiels nun Punkte folgen zu lassen. Die Zurückhaltung wurde erst abgelegt, als (man höre und staune) Leon eine Aufschlagserie startete. Plötzlich lagen wir mit 16:10 vorn. Anfangs verlieh uns das die nötige Sicherheit, aber zunehmend fanden auch die Hennersdorfer ins Spiel und kamen noch einmal gefährlich nahe. Doch ein Satzball-Ass (das sollte glaube ich in den Knigge aufgenommen werden) von Julius beendete den Durchgang – 25:22 – 1:0…

So weit so gut. Das war ein Anfang, aber ausbaufähig. Diesmal konnten wir von Anbeginn Druck aufbauen und ein leichtes Polster erarbeiten. Wieder waren es die Aufschläge von Leon (diesmal sogar zwei Ässer nacheinander!!!), welche uns vorentscheidend in Front brachten. Im weiteren Satzverlauf schafften wir es immer wieder, mit Glück und Geschick, den Gegner in Schach zu halten und die entscheidenden Dinger tot zu machen. Wirklich schön sah das bisweilen vielleicht nicht aus, aber es reichte für’s erste aus denn wir zogen das Ding mit 25:20.

Nun wollten wir – wieder mal – zum passenden Ergebnis noch die entsprechend überzeugende Leistung zeigen und den Sack zumachen. Tja, was soll ich sagen. Weder das Ergebnis noch die Leistung sollte gut werden. Der Spielfaden war von jetzt auf gleich komplett gerissen. Teilweise an Slapstick grenzend schenkten wir das Ding her. Keiner brachte seine Leistung auch nur im Ansatz auf’s Parkett, sodass es am Ende 12:25 hieß. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Denn in Satz vier zogen wir uns am eigenen Schopf aus der Misere. Die Hereinnahme von Tilo tat das ihre zu Leistungssteigerung aller anderen Beteiligten. Zwar lagen wir gleich mal wieder 0:4 hinten, aber das warf uns diesmal nicht aus der Bahn. Hinten raus wurde es zwar nochmal eng, aber schlussendlich waren die Messen bei 25:23 gelesen und die nächsten Punkte auf der Habenseite.

Also ein gutes Spiel verloren und ein schlechtes Spiel gewonnen. Nun sollte der Anspruch sein, gut zu spielen und zu gewinnen. Vielleicht kommt ja auch noch ein wenig mehr Stabilität rein, wenn mal keiner zum Kaffee muss…

In zwei Wochen geht’s dann in Limbach beim neuen Tabellenzweiten L.O. Volleys weiter. Da sollten dann wieder alle Mann an Bord sein. Mal sehen, was da geht…

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