Spielbericht

Das Saisonhalali hielt etwas ganz spezielles für uns bereit: DERBY. Eintracht gegen WSG, jung gegen alt, Aufsteiger gegen Mittelfeld. Davor stand für die gastgebende Eintracht noch das Spiel gegen die LO Volleys. Dies gingen sie gemächlich an, waren aber jederzeit Herr der Lage. Trotz des Schongangs waren die Gäste aus Limbach-Oberfrohna nie wirklich in der Lage, dem schon vor Spielbeginn als Staffelsieger feststehenden Einracht-Sechser gefährlich zu werden. 59 Minuten später war das Spiel auch schon zu Ende. 3:0 für den Gastgeber. Rumms. Also konnten wir keine schweren Beine erwarten und stellten uns auf die volle Gegenwehr ein. Trotzdem wollten wir uns für die 2:3-Niederlage aus dem Hinspiel revanchieren.

Hoch motiviert starteten wir gegen den nun in Bestbesetzung auflaufenden Gastgeber vor immer voller werdenden Rängen in die Partie. Dass die Trauben hoch hängen würden, wurde direkt deutlich. Ehe wir so recht in die Partie fanden, mussten wir uns bei 5:10 auch schonmal kurz schütteln. Häh, Moment, wir wollten doch hier… Also Konzentration hochfahren, Eigenfehler abstellen und endlich mit Vollgas gegenhalten, die Eintracht selbst unter Druck setzen und unsere eigenen Vorgaben aufs Feld bringen. Soweit die Theorie… Praktisch lief das dann leider nicht ganz so. Zwar kamen wir etwas besser rein, aber der letzte Funke, die Galligkeit, der unbedingte Wille fehlte noch. Die Gastgeber nutzten das auch eiskalt aus und zogen unwiderstehlich davon. Dies hatte unsere zweite Auszeit bei 16:23 zur Folge. Hier waren die Messen dann auch bereits gelesen. Mit 19:25 gaben wir den Durchgang her und mussten uns deutlich steigern.

Und das schafften wir auch. Von Anfang an war mehr Zug drin. Wir brachten mit unseren Aufschlägen schon Druck ins Spiel, auch Block und Angriff konnten wir direkt stabilisieren. Und jetzt wurde ein echtes Derby draus. Rassige Spielzüge, ständig wechselnde Führungen, krachende Angriffe auf beiden Seiten, so macht Volleyball Spaß. Zu diesem Zeitpunkt war alles möglich. Jeder Fehler konnte entscheidend sein. Nichtsdestotrotz steckte keiner zurück: Getreu dem Motto „mit offenem Visier“ wurden jetzt die Klingen gekreuzt. Das bessere Ende hatte leider die Eintracht und ging mit 23:25 vom Feld. Jetzt lagen wir also 0:2 hinten.

Jetzt oder nie! Nochmal alles reinwerfen. Taktisch stellten wir nochmal um und brachten Tilo. Und auch Durchgang drei wurde zum Krimi. Auch hier wogten Spielgeschehen und Führungen immer wieder hin und her. Immer öfter konnten wir auch das Glück erzwingen und brachten so die Hausherren auch hier und da zum Nachdenken. Es war ein echtes Ringen um jeden Punkt. Die Zuschauer waren begeistert und so steuerte das Spiel auf seinen Höhepunkt hin. Beim Stand von 22:24 dann folgende Szene: Meine Wenigkeit blockt einen Ball des gegnerischen Hauptangreifers. Von dessen Rücken springt der Ball ins Aus. Pfiff des bis dahin äußert gut pfeifenden Schiedsrichters. Handzeichen für Ball berührt. So weit, so gut; doch dann das: Aufschlagrichtung Eintracht! Ich dachte, ich sehe nicht richtig! Das kann sich doch wohl nur um einen Irrtum handeln. Der gegnerische Angreifer gibt sportlich fair den Touche zu und ich gehe zum Schiedsrichter, um ihn darauf hinzuweisen. In diesem Moment höre ich hinter mir Dominik rufen, kann aber nicht verstehen, was. In diesem Moment greift der Schieri auch schon zur Gesäßtasche. Na toll, dachte ich, jetzt auch noch ne gelbe Karte, wo das doch die erste Szene mit erhitzten Gemütern war! Doch weit gefehlt, die rote Karte wurde in die Höhe gereckt. Ich frage warum und wofür es diese gab, bekomme aber immer wieder nur die Antwort „Er hat mich beleidigt.“. Just in diesem Moment erklärt der Unparteiische das Spiel auch schon für beendet und steigt vom Bock herunter. Aus, vorbei. Selbst die Jungs von der Eintracht verstanden die Welt nicht mehr. Sie entschuldigten sich am Netz dann sogar für diese Szene, obwohl sie gar nichts getan hatten…

Auch die Zuschauer waren perplex. Anstatt rauschender Aufstiegsfeier herrschte eine wirklich komische Atmosphäre. Im Nachgang der Partie wurde dann doch noch erläutert, dass es die Karte für die Worte „Was pfeifst du denn, Junge!?“ gab. Ich könnte nun Stunden über Empfindlichkeiten und Überreaktionen, Sinn und Unsinn, Recht und Unrecht, Fingerspitzengefühl und Kurzschlussreaktionen referieren. Doch das macht alles keinen Sinn! Nur so viel: Wenn Emotionen nicht sein dürfen, können wir den Sport gehen lassen! Glückwunsch an die Eintracht-Jungs zum verdienten Erfolg, Staffelsieg, 136. Sieg in Folge, Aufstieg, Hobelbank und so weiter! Gemeinsam haben wir schon in der Halle und danach gefeiert und damit gezeigt, dass es auch anders geht…

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