Spielbericht

… so beginnen ganz schlimme Scherze! In einem solchen wähnten sich auch alle, die es mit der WSG hielten am vergangenen Wochenende. Nach dem witterungsbedingten Spielausfall im Winter fand unser Gastspiel in Lichtenstein wieder einmal am Sonntag zur Mittagszeit statt. Bisher gab es diese Konstellation schon dreimal. Dreimal lautete das Ergebnis 0:3!!! Doch diesmal sollte alles anders werden. Zum Einen konnten wir mit dem Rückenwind des Klassenerhalts ohne Druck aufspielen, zweitens hatten die Randzwickauer vom Vortag bereits ein Fünfsatzspiel in den Knochen und zum Dritten war die Startzeit endlich mal nicht um zwölf, sondern um eins. Blöd nur, dass es irgendwie durch die Zeitumstellung eigentlich doch um zwölf war…

Los ging die Reise denkbar ungünstig. Weder in Falkenstein, noch in Auerbach, Rodewisch oder Lengenfeld hatte ein türkischer Mitbürger seinen Imbiss geöffnet. Ich glaubte bereits an eine Verschwörung, da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: SONNTAG!!! Scheiße auch, kein Mittag! Und die Zeit wurde knapper und knapper. Drei Mann wurden bereits von Magenknurren geplagt, da hatte Felix die rettende Idee: Smartphone sei Dank, mitten in Lichtenstein hatte eine Dönerbude offen. Nix wie hin und gestärkt! Gerade nochmal so gut gegangen; dachten wir zumindest.

Also nix wie rein in die Halle, umgezogen und aufgewärmt. Und dann kam Eric daher gefahren und sah etwas blass ums Näschen aus. Keiner konnte sich so recht erklären, ob das eine optische Täuschung war oder ob etwas nicht stimmte. Nach den ersten Bällen auf dem Feld war klar, dass ihm nicht wirklich wohl zumute war. Mehr noch, sogar der Porzellangott wurde angebetet…

Und so lief dann auch das Spiel an. Nichts ging so richtig. Alles war irgendwie zäh, keine zwingenden Aktionen, kein Zug im Spiel, kein Druck und in der Folge auch keine Punkte. Beziehungsweise nur wenige davon. Recht schnell ging der Satz vorbei, kurz und schmerzlos könnte man meinen. Aber schmerzlos war das nicht. Das Zusehen tat vom Feld aus schon weh, wie muss das erst von draußen ausgesehen haben!? Folgerichtig gaben wir den Durchgang sang- und klanglos ab.

Im zweiten Satz sollte alles besser werden. Doch so recht wollte das nicht gelingen: Die Gesichtsfarbe von Eric wurde nur unwesentlich besser, seine Zuspiele ebenfalls. Auch im Angriff und Block lief einfach nichts zusammen, keiner erreichte annähernd Normalform und entsprechend sah auch das Ergebnis aus. Als Kapitän geht man mit gutem Beispiel voran, doch das tat ich nicht. Ein erfolgreicher Aufschlag von sieben über das gesamte Spiel sprechen eine deutliche Sprache! Asche auf mein Haupt!! Zumindest konnte man von einer geschlossenen Mannschaftsleistung sprechen…

Dritter Satz, letzte Chance: Spielerwechsel, aber kaum Besserung in Sicht. Alles lief irgendwie gegen uns. Als wären unsere Unzulänglichkeiten an diesem Tage nicht genug gewesen, wendete sich auch das Glück ab. Bei der Heimmannschaft fielen die wenigen Angriffe unsererseits direkt auf die Abwehrarme, bei uns leider fünf Zentimeter daneben. Slapstick umschreibt unser Spiel, denke ich, ziemlich treffend… Jeglicher Versuch des Aufbäumens scheiterte krachend. Alles ging schief. Bester Mann auf dem Feld war in Simon unser Libero, der mit einer guten Leistung noch Schlimmeres verhinderte. Doch auch er konnte nichts gegen die Niederlage tun.

0:3 also; schon wieder. Geschichte wiederholt sich also. Nun hätte man es ja auf vieles schieben können: Felix wieder dabei, schwerer Ranzen dank Döner, Eric mit Leichenblässe, Sonntagsfluch, und und und

Alles Ausreden. Sechs Mann auf dem Feld, hüben wie drüben; ein Ball; drei Gewinnsätze. Also alles wie immer. Nur hatten wir einen brutal gebrauchten Tag erwischt. Wer weiß, wozu das Ganze am Ende gut gewesen sein mag…

Fakt ist:

1. Glückwunsch an Lichtenstein

2. Mit Ruhm bekleckert haben wir uns nicht, maximal mit Knoblauchsoße

3. Tschüß heißt auf Türkisch güle; wie passend…

hinterlasse einen Kommentar