Spielbericht

Zum letzten Heimspiel der Saison empfingen wir diesmal unsere Freunde aus Mauersberg und die Sportfreunde aus Milkau zum Kräftemessen in der Halle. Die Anspannung war hoch, hatte man doch das Ziel vor Augen den Klassenerhalt perfekt zu machen und damit einer sehr guten Saison die Krone aufzusetzen. Doch die Hürden dafür waren hoch, warteten doch die Vorjahreszweiten und -dritten auf uns, welche auch in der aktuellen Spielzeit vor uns im Tableau rangierten.

In Spiel eins ging es gegen die SG Mauersberg. Waren wir personell an diesem Spieltag auf Rosen gebettet, reisten die Gäste mit einem Rumpfkader an, der Gästekapitän sprach gar vom letzten Aufgebot. Also gar keine schlechten Voraussetzungen, sollte man meinen. Zudem stellten wir auch taktisch noch etwas um und wollten die Gäste hierdurch zusätzlich vor Rätsel stellen. Wie spannend es am Ende werden sollte, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Mit Selbstvertrauen ohne uns selbst zu über- oder den Gegner zu unterschätzen gingen wir ins Spiel. Anfangs bewegten sich beiden Teams auf Augenhöhe. Schon zu diesem Zeitpunkt baute sich einige Spannung auf. Die Aufschläge waren beiderseits sicher, die Annahme allerdings auch. So war klar, dass es immer nur im Stile Führung – Ausgleich – Führung – Ausgleich hin und her ging. Erst bei 15:13 konnten wir mal zwei Zähler dazwischen legen, beim nächsten Aufschlag waren es dann drei und die Erzgebirger mussten ihre zweite Auszeit bemühen. Die half, denn plötzlich mussten wir bei 23:22 neben das Feld. Doch Julius machte mit zwei sicheren und gefährlichen Services Druck auf die gegnerische Defensive und schaffte damit die Möglichkeit für unseren Block und die Feldabwehr keinen Punkt mehr zuzulassen. Bei 25:22 war der Satz also unser.

Sehr gut so. Einfach weiter machen. So lautete die Devise. Doch das misslang. Ob es am nun aufflammenden Mauersberger Spiel lag oder am Nachlassen unsererseits, weiß ich bis heute nicht aber mit 3:7 sahen wir uns plötzlich im Hintertreffen. Bei 6:7 sah es so aus, als würden wir diese Delle auch gleich wieder ausbeulen. Doch bei 7:12 war klar, dass dem nicht so war. Die erste Auszeit war weg und wir überlegten, woran das denn so plötzlich liegen konnte. Direkt kontern konnten wir anschließend zwar nicht, aber immerhin ließen wir den Rückstand nicht größer werden – vorerst zumindest. Denn bei 13:20 musste Bernd dann gleich noch die zweite Auszeit nehmen, um die Felle nicht davon schwimmen zu lassen. Außerdem kam Ebbe für René ins Spiel. Und mit dem hatten die Gäste so ihre Probleme, denn plötzlich standen die Blöcke wieder sicherer und auch die Angriffe wurden wieder konsequenter. Eric und sein(e) kongeniale(r) Partner(in) Ebbe hatten sich also wieder. Es lief einfach wieder. Wir zwangen die Mauersberger bei 18:22 und bei 22:23 sogar noch zu beiden Auszeiten, doch die zweite brachte den Erzgebirgern dann die notwendige Sicherheit zurück, um den Durchgang noch ins Ziel zu retten. Schade! Aber genau da mussten wir ansetzen.

Und das taten wir auch! Wie aus einem Guss spielten wir nun. Wir zogen unseren druckvollen Angriffsvolleyball auf, welcher den Gästen mehr als deutliche Probleme machten. Der Spaß am Spiel gepaart mit Ehrgeiz ließen uns durch die Halle fegen. Bei 9:4 und 20:12 hatten das Gästeteam beiden Auszeiten verschossen und wir zogen durch: 25:14 sprach am Ende eine deutliche Sprache. „Mit dem psychologischen Vorteil sollte der Rest ja wohl nur noch Formsache sein“ meinen an solchen Stellen die einen. Die Anderen reden von „Das war jetzt viel zu einfach“. Irgendwo dazwischen wird wohl die Wahrheit liegen.

Dass immer zwei Teams zu einem Volleyballmatch gehören ist hingegen Fakt und Mauersberg gab sich noch immer nicht geschlagen. Im Gegenteil: Sie holten nochmal alles aus sich heraus und gaben direkt Vollgas. Wir hatten wieder so einen Hänger und lagen bei 7:12 wieder mal deutlich zurück. Das kann es doch nicht sein, dachte ich bei mir und wir wollten unsererseits jetzt erst recht voll dagegen halten. Das nun sehr rassige Spiel nahm nochmal an Fahrt auf. Punkt für Punkt kamen wir ran. Doch irgendwie kam ich mir vor wie ein Jojo. Jedesmal, wenn wir dran rochen, führten Kleinigkeiten dazu, dass die Gäste wieder davonziehen konnten. Bei 16:19 waren unsere Auszeiten durch und die Messen eigentlich gelesen. Scheinbar waren auch die Erzgebirger dieser Auffassung, denn sie ließen uns kurz nochmal gewähren und wir kamen bis auf einen Zähler ran – weiter aber auch nicht. Mit Glück und Geschick ließen sie uns wieder verhungern und drehten uns erneut eine Nase…

Also Tie-Break – schon wieder!!! Zum 7. Mal in dieser Spielzeit. Vier davon hatten wir verloren. Und es sollte keine weitere Niederlage dazu kommen. Und dazu kam es auch nicht. Anfangs noch leicht im Hintertreffen, drehten wir bis zum Seitenwechsel das Spiel und waren spätestens zu diesem Zeitpunkt nicht mehr aufzuhalten. Marcel brachte über Hinterfeld eins immer wieder krachende Angriffe im Feld unter und auch unser Mittelblocker Dominik war immer wieder zu schnell für den gegnerischen Block. Bei 15:10 waren die Messen schließlich gelesen und wir lagen uns glücklich in den Armen.

Aber es stand ja noch ein zweites Spiel auf dem Plan. Tilo gesellte sich nun auch noch dazu und durfte auch gleich von Anfang an ran. Gepaart mit der Euphorie aus der ersten Partie war das die Basis für einen sehr guten ersten Durchgang unsererseits. Wir drehten nun mächtig auf. Zu den starken Aufschlägen und Angriffen kam nun auch noch ein wahrer Monsterblock. Ich hatte bei vier Blocks infolge aufgehört zu zählen. Die Jungs brannten ein wahres Feuerwerk ab und wir holten uns den Satz mit 25:18. Die Gäste wussten dabei gar nicht, wie ihnen geschah, da war es schon vorbei.

Doch dass die Milkauer auch Volleyball spielen können, zeigten sie im zweiten Durchgang. Hier ließen wir nur ein bisschen nach, dazu stemmten sich die Unioner nun voll dagegen. Das und die nötige Portion Glück zogen uns dann beizeiten den Zahn und wir lagen bis zu fünf Zähler zurück. Allen Auszeiten und Wechseln zum Trotz ließen sich die Gäste nicht aus der Ruhe bringen und schaukelten das Kind mit 16:25 nach Hause.

Scheiße aber auch. Eigentlich waren wir nicht richtig schlecht, aber dafür die Milkauer richtig gut. Und wir hatten so gar nicht damit gerechnet. Aber jetzt waren wir auf Gegenwind gefasst. Und jetzt wurde das Spiel richtig rassig. Die immer wieder wechselnde Führung betrug maximal zwei Punkte. Die Spannung stieg. Beide Teams gaben alles und am Ende gaben Kleinigkeiten den Ausschlag, leider diesmal zu Gunsten der Unioner. Zu allem Unglück verletzte sich bei diesem Erfolg einer der Gästespieler – Gute Besserung an dieser Stelle!

Im vierten Satz dann war gefühlt die Luft raus bei uns. Selbst Marcel mit seinen 20 Jahren gestand das nach dem Spiel ein. Die Geschichte des Durchgangs ist schnell erzählt. Die routinierten Gäste wehrten alle Anstalten von uns auf eventuelle Siegambitionen ab und zogen ihr Ding durch. Wir kamen einfach nicht mehr gegen Block und Abwehr an und mussten zusehen, wie Milkau die Schäfchen ins Trockene brachte. 17:25 hieß es schließlich am Ende. Glückwunsch nach Milkau!

Nachdem dann die Ergebnisse aus Lichtenstein eintrudelten, war der Klassenerhalt durch die zwei Zähler aus dem ersten Spiel gesichert! Wie geil! Zwei Spiele vor Schluss – wer hätte das gedacht! Ein Hoch auf die Mannschaft! Ihr seid klasse! Im Wasserturm tranken wir dann einen drauf, das Schaf war auch wieder da, Sambuca kann brennen und ich bin auf jeden Fall gespannt, wer oben lag…

hinterlasse einen Kommentar