Spielbericht

Samstag, 24. November 2018, Derbyzeit!

Zum zweiten Heimspieltag der Saison erwarteten wir die L.O. Volleys und die Stadtrivalen von der Eintracht. Zwei schwere Spiele, das war klar. Nur das was kam, hatte glaube ich so keiner erwartet. Aber dazu später mehr.

Nach dem erschreckend schwachen Auftritt in Milkau (sowohl personell als auch spielerisch), wollten wir uns wieder von unserer besseren Seite präsentieren. Rein personell betrachtet, standen die Zeichen gar nicht mal so schlecht. Außer unserem verletzten Paul und dem wissbegierigen Felix waren alle Mann an Bord. Sogar Tilo hatte sich zur Saisonpremiere angekündigt und war dann sogar (wenn auch später) da! Das brachte uns personell einige Möglichkeiten, nur leider auch die siebte und achte Startaufstellung in den Spielen Nummer sieben und acht…

Los ging’s gegen die Volleys aus Limbach. Unstimmigkeiten aufgrund genannter Wechsel führten schnell zu einem „komfortablen Rückstand“ bei 7:16 war er zwischenzeitlich auf satte neun Zähler angewachsen. „So können wir uns hier nicht präsentieren“ war die einhellige Meinung und so schickten wir uns zur Aufholjagd an. Julius legte mit gefährlichen Aufschlägen den Grundstein für einen Zwischensprint, durch welchen wir plötzlich auf 16:17 heranrückten. Nur schnitt dann irgendein Arsch die Schnur wieder durch und plötzlich stand es 16:21! Verstehe, wer will. Limbach jedenfalls fuhr den Vorsprung sicher ein und ging 1:0 in Front.

Seitenwechsel und Neustart. Diesmal von Anfang an konzentriert und geordnet, sollte umgehend der Satzausgleich her. Doch bei 1:6 musste schon die erste Auszeit her. Bei uns fiel einfach alles runter, was runter fallen konnte. Jemand sagte mal: „Zuerst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu“. Genauso fühlte sich das zu diesem Zeitpunkt auch an. Manchmal muss man sich das Glück erarbeiten und nach diesem Motto stellten wir bei 8:8 den Ausgleich her. Ab da ging der Kampf erst richtig los. Es wurde sich nichts geschenkt. Beide Teams waren mittlerweile auf Betriebstemperatur und das Spielgeschehen wogte hin und her. Nur leider immer etwas zu Gunsten der Gäste. Und dieses Momentum nutzen die sachsenklasseerfahrenen Volleys, um uns den Zahn zu ziehen und bei 25:19 den ersten Punkt des Tages einzufahren.

Nun ist es so, dass der liebe Gott vor den Erfolg die Arbeit gestellt hat und dass Qualität von Qual kommt. Also mussten wir, angetrieben von unseren Trommeln und zahlreichen Zuschauern, die Arschbacken zusammenkneifen und alles raushauen, wollten wir noch etwas reißen. Und diesmal konnten wir zu Satzbeginn erstmals eine kleine 4-Punkt-Führung herausspielen. Nur leider gehört auch immer ein Gegner dazu und der war nicht gewollt, Gastgeschenke zu verteilen. Schnell stellten sie den Ausgleich her. Das durfte einfach nicht wahr sein! Wieder fiel bei uns alles und bei Limbach gar nichts runter. Wie sagte doch Dominik so poetisch: „Das Glück ist eine Hure“. Nichtsdestotrotz wollten wir den Bock unbedingt umstoßen und so gingen wir durch eine Willensleistung mit 14:10 wieder vier Zähler in Front. Man ahnt es schon, Limbach bog das Ding erneut und bei 15:17 lagen wir plötzlich zwei hinten und die zweite Auszeit war futsch. Was tun, wenn’s brennt!? – Brennen lassen! Keine Wechsel, keine Umstellungen, nur ein paar kleine taktische Feinheiten und eine flammende Ansprache. Entweder war es diese, oder die Wut, oder der „Scheißegal“, oder vielleicht auch ein bisschen was von allem. Jedenfalls holten wir alles aus den alten Körpern. Und über den Kampf und den Willen kamen die Aufschläge gefährlicher, die Annahmen sicherer und die Angriffe wurden ebenfalls zusehends härter und auch variabler. Und so schafften wir bei 18:18 Gleichstand und bei 19:18 wieder die Führung. Bei 24:20 hatten wir dann tatsächlich den ersten Satzball des Tages und den machten wir dann auch gleich. Anschluss!

Nur leider hilft uns dieser nicht viel, wir mussten mindestens noch einen drauf setzen. Und das sollte uns gelingen. Von Anfang an lagen wir vier bis sechs Zähler vorne und das brachte uns zusätzliches Selbstvertrauen. Wir schafften es auch zusehends, mit unseren Blöcken die gegnerische Abteilung Attacke zu entschärfen. Dies versuchten die Gäste mit zwei Wechseln zu kontern, doch das ging an uns vorbei. Auch versuchten sie uns mit der dritten Auszeit aus dem Konzept zu bringen. Wir ließen uns aber nicht irritieren und schafften mit 25:18 den höchsten Satzerfolg des Tages und damit den Satzausgleich – erster Punkt auch für uns!!

Wer jetzt den zweiten dazu bekommen sollte, musste also der Tie-Break entscheiden. Der dritte im sechsten Saisonspiel. Das sagt einiges über die Ausgeglichenheit dieser Staffel. In diesem Zusammenhang ist also jeder einzelne Punkt wichtig und kann am Ende der entscheidende sein. Dessen waren sich beide Teams bewusst. Man kann es angesichts der Intensität des Spiels nicht als Abtasten bezeichnen, doch keiner wollte einen entscheidenden Fehler machen. Wir konnten zwar immer mal ein oder zwei Pünktchen in Führung gehen, aber die Limbacher ließen einfach nicht locker und glichen immer wieder aus oder gingen ihrerseits wieder in Front. Das Geschehen wogte hin und her. Auf die sich immer weiter füllenden Ränge war der Funke übergesprungen und die Kulisse war jetzt schon fantastisch! Bei 13:14 hatten die Gäste dann plötzlich Matchball! So durfte das hier nicht zu Ende gehen! Wir wehrten ab und glichen aus. Dann durfte ich zum Aufschlag – na toll! Doch Bangemachen zählt nicht – Alles oder nichts – Sekt oder Selters: Der Aufschlag ging drüber und ins Feld, wir holten den Punkt und damit unsererseits einen Matchball. Dank eines sensationellen Blocks von Eric wurde der dann auch gleich verwandelt und der Sieg war unser!!! Leck mich am Arsch! 3:2 nach 0:2, dritter Sieg im dritten Spiel in der neuen Halle, was kann es schöneres geben!? Richtig: einen Derbysieg!

Die ganze Situation macht ein kurzes Gespräch mit meiner ehemaligen Lehrerin deutlich, die da sagte: „Glückwunsch zum Sieg! War ein sehr gutes Spiel und hat mich sehr gefreut für euch! Aber jetzt bin ich gegen euch!“… WSG gegen Eintracht, was haben wir da schon für Spiele erlebt, schon lange vor unserer Zeit wurden zwischen diesen beiden Kontrahenten Schlachten geschlagen. Nun lag es an uns, eine würdige Fortsetzung zu schreiben…

Durchgang eins war eine mehr oder weniger deutliche Angelegenheit für uns. Durch die berufsbedingte Flucht von Julius mussten wir zwar in leicht modifizierter Aufstellung ans Netz, aber das tat unserem aus dem ersten Match herübergeschwappten Spielfluss keinen Abbruch. Relativ schnell waren wir drei bis fünf Punkte enteilt, bei 21:12 waren es sogar deren neun! Schlussendlich verwandelten wir dann unseren sechsten Satzball des Tages zur Führung. Doch gegen Ende des Durchgangs war bereits zu merken, dass der Gegner mehr und mehr in sein Spiel fand und der zweite Satz sicher enger werden würde. Und das wurde er auch!

Am Anfang konnte sich die Eintracht eine kleine Führung erarbeiten, dann waren wir wieder vorn. Es blieb eng und wurde jetzt hart umkämpft. Aufgrund einer guten Mischung aus jugendlicher Dynamik und erfahrener Spieler vermochten die Gäste uns in Schach zu halten. Immer wieder wechselte die Führung. Gipfeln sollte das ganze im Satzfinale: Bei 24:24 war die Frage: wer bekommt hier den Satzball? Die Antwort: wir nicht… Und leider verwandelten die Gäste auch gleich ihre erste Chance zum Satzausgleich. Scheiße aber auch!

Durchgang drei wurde nicht minder spannend. Lange Ballwechsel, krachende Angriffe, variabler Spielaufbau, gute Abwehraktionen; das Spiel bot alles was das Volleyballherz begehrt. Das war schlicht Werbung für diesen Sport! Dafür machen wir das! Die Trommeln dröhnten von den Rängen, die Gäste- und Heimfans boten einen klasse Rahmen und wir gaben auf dem Feld alles. Auch dieser dritte Satz bot ständige Führungswechsel und Hochspannung. Doch mehr und mehr konnten sich die Gäste auf uns einstellen und so mussten wir gegen Ende des Durchgangs abreißen lassen. Wieder gehörte der erste Punkt dem Gegner. Außerdem schien bei uns auch ein wenig die Luft raus zu sein – nach acht gespielten Sätzen kein Wunder… Doch wir wären nicht die WSG, wenn wir an dieser Stelle aufgegeben hätten.

Frank wechselte in der Startaufstellung zweimal und stellte uns taktisch ein bisschen um. Das sollte sich als die richtige Entscheidung herausstellen, denn Leon und Tilo funktionierten mehr als gut! Nach allem an diesem Tag gesehenen konnte es eigentlich keine Steigerung mehr geben – eigentlich! Denn der folgende Satz sollte der längste seit langer Zeit werden: Satte 30 Minuten beschossen wir uns gegenseitig mit allem, was wir zu bieten hatten. Zahlreiche Spielerwechsel und alle Auszeiten wurden ausgereizt. Ständig wechselte die Führung. Variables uns variantenreiches Spiel rissen die Zuschauer von den nicht vorhandenen Plätzen! Wir gaben alles. Niemand schenkte dem anderen etwas. Bei 24:22 hatten wir den ersten Satzball – vergeben. Zweite Chance bei 24:23 – auch vergeben. Bei 25:24 kam der dritte – wieder vergeben. Bei 26:24 dann der vierte (der 10. des Tages für uns) – der passte! Ausgleich!!! Wieder Tie-Break! Satz 10!!!

Auch hier das gleiche Bild: Hin und her, Führung hier – Führung dort, Seitenwechsel bei 8:6 für uns. Letzte Auszeit für die Gäste bei 13:10 für uns. Das musste doch reichen! Ansage für den nächsten Spielzug, alles klar, doch plötzlich war ein kleiner Riss im Spiel – und die Gäste schlugen gnadenlos zu. Nichtsdestotrotz hatten wir bei 14:12 den ersten Matchball. Leider konnten wir diesen nicht nutzen. Auch den anschließenden zweiten ließen wir liegen. Bei 14:15 hatte auf einmal die Eintracht Matchball. Diesen konnten wir wiederum auch abwehren. Nun durfte wieder ich zum Aufschlag. Und siehe da, den nächsten Punkt machten wir und wiederum hatten wir bei 16:15 Matchball. Wieder die Aufgabe rüber und ins Feld, doch die Gegner konnten abwehren. Anschließend folgte umgehend die erneute Gästeführung und wieder Matchball gegen uns. Der folgende Ball war dann bezeichnend für den gesamten Spieltag. Ein Angriff über Position drei wurde vom gegnerischen Block abgewehrt. Eigentlich eine sichere Beute für unsere Feldabwehr. Doch anstatt dessen segelte das Spielgerät über alle hinweg ins Hinterfeld und das Spiel war verloren. Verdammt! Nach epischen zwei Stunden und vierzehn Minuten war das Spiel entschieden! Die Uhr zeigte viertel acht – ich kann mich an keinen Spieltag erinnern, an welchem wir ähnlich lange in der Halle waren! Wir sanken erschöpft auf den Boden, bedankten uns bei den Zuschauern und sahen der Eintracht beim Jubeln zu…

Glückwunsch an dieser Stelle zum Sieg!! Trotz der Niederlage war es aus meiner Sicht ein geiler Spieltag mit drei starken Teams! Es hat mehr als nur Spaß gemacht, an diesen Spielen teilzunehmen! Nur eins, liebe Eintracht, das geht gar nicht: Ihr habt uns geschlagen und anschließend müssen wir „HIER REGIERT DER VSV“ über uns ergehen lassen! Das schreit nach Vergeltung!!! Im April ist Rückspiel…

3 Kommentare

  1. Känguru 15

    Seht Ihr? Geht doch! :))
    Bin stolz auf meine Jungs, so muss das sein. Da habt Ihr fast noch dem VSV seine Grenzen aufgezeigt, aber ein Ausrufezeichen war´s allemal…

  2. Player

    Großes Kompliment für eure Fans und die unglaubliche Atmosphäre auch in der neuen Halle. Unerreicht in der Klasse!
    Auch Eure Spielberichte sind meistens immer sehr gut gemacht. Ich war beim letzten Heimspiel dabei und muss jetzt mal etwas loswerden. Ihr lagt deutlich im ersten Spiel mit 0:2 nach Sätzen zurück und wir hatten euch. Dann betrat euere 6 die Halle und ihr habt wie ein anderes Team gespielt! Selbst nach starken Beginn gegen den Stadtrivalen sah es nach deutlicher 1:3 Niederlage aus. Der Spielerwechsel im 4 Durchgang hat Euch die notwendige neue Luft verschafft und den Gegner aus dem Konzept. Bedank Euch für die Punkte bei dem Kerl!

    • Frank

      Hallo Player,
      wir freuen uns über dein positives Feedback.
      Bei uns steht immer das Team gemeinsam für Erfolg und Niederlage. Unsere Fans als „7.Spieler“, unsere Bank und unsere Trainer- Jeder gibt sein Bestes und nicht der Einzelne entscheidet das Spiel. In diesem Sinne: Habt Spaß am Freizeitsport- und schöne Grüße von dem Kerl, der es wissen muß :-)!

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