Spielbericht

Am zweiten Spieltag der neuen Saison sollte es uns nach Chemnitz zum Aufsteiger vom Polizeisportverein verschlagen. Nachdem der Spieltag schon grundsätzlich verlegt wurde, drehten wir auch noch die Spielfolge, sodass wir das zweite anstatt dem ersten Match bestreiten durften. Gepaart mit dem Anpfiff zur Mittagszeit (warum das eigentlich – die Chemnitzer Damen jedenfalls spielten im Anschluss nicht – kann man ja für nächstes Jahr mal überlegen, auf Normalzeit umzustellen…) wurde der komplette Bio- und Spielrhythmus gehörig durcheinander gewirbelt. Dazu kam, dass kurzfristig in der Reichenbacher Innenstadt Straßensperrungen vorgenommen wurden, sodass wir den Treffpunkt nach außerhalb verlegten.

Im Vergleich zum ersten Spiel in Crimmitschau mussten wir auf Bam-Bam in der Mitte verzichten, sodass Paule (der mit der Seuche anreiste) zu seinem ersten Einsatz auf dieser Position kam. Als Folge dessen rotierte außerdem Leon auf die frei gewordene Position im Außenangriff. Dessen gute Form nach seinem Liebesurlaub und die Anwesenheit unseres Mannes vom Personenschutz Ebbe machten aber trotz aller Widrigkeiten Hoffnung.

Als wir dann allerdings die Halle betraten, traf mich fast der Schlag: Außer einer Kiste Bier und einer Flasche Wasser war mit Verpflegung vor Ort nichts gewesen!! Wie kann so etwas in der großen Stadt angehen!? Auf jedem noch so kleinen Dorf in jeder noch so niedrigen Liga kann man was zu beißen kaufen, aber in Chemnitz nicht! Was läuft da bitte falsch?? Sei’s drum, einen Riegel von Bernd (ich weiß bis heute noch nicht, was ich da gegessen habe! – jedenfalls war ich pappensatt!) und ein Spiel zwischen Chemnitz und Mauersberg später durften wir aufs Parkett. In Spiel eins durften wir schonmal schauen, wie man es nicht machen sollte. Ein zerfahrenes Spiel mit vielen Unzulänglichkeiten, einer hohen Fehlerquote und Schuldzuweisungen untereinander endete dann doch recht deutlich mit 3:0 für die Gäste aus dem Erzgebirge.

Wir aufs Feld und bei 6:11 gleich mal wieder runter. Kein Zugriff auf das Spiel, keine Emotion, keine Zuordnung, es fehlte an allem! Also von vorn. Das muss besser gehen. Und es ging besser bei 14:15 erste Auszeit der Gastgeber, bei 15:15 der Ausgleich und bei 16:15 gleich die erste Führung. Jetzt lief es besser, wenn auch bei weitem noch nicht zufriedenstellend. Für den Satzgewinn reichte es trotzdem. Nicht schön, aber erfolgreich; fragt am Ende eh keiner mehr danach. Durchgang zwei also von Anfang an konzentriert und konsequent. Bis 12:12 waren wir weder konzentriert noch konsequent, aber immerhin noch dran. Doch dann ließen wir abreißen. Die Polizeisportler vermochten es, uns ihr Spiel aufzuzwingen. Das wollten wir eigentlich genau anders herum. Und weil Chemnitz sein Spiel besser spielen konnte als wir, hieß es plötzlich Satzausgleich; da half auch die Einwechslung von Ebbe nichts. Zu allem Überfluss brachte ich es auch noch fertig, uns mit zwei guten Aufschlägen von 21:24 auf 23:24 heran zu führen, um dann (erneut) ein Service ins Aus zu schlagen – sinnbildlich für diesen gebrauchten Tag! Leider!

Satz drei brachte Stabilität – im Auslassen von Chancen, fehlender Abstimmung, Schwachen Aufschlägen und Falschen Entscheidungen! Bis zum 11:11 konnten wir das ganze noch übertünchen, aber spätestens bei 12:18 war die Situation klar: Der erste Punkt war weg und wir eigentlich am Ende. Zu allem fehlenden Glück kam jetzt auch immer wieder Pech. 5 € ins Phrasenschwein! Nicht viele Mannschaften kommen in einer solchen Situation zurück. Wir wollten es aber versuchen.

Und es spricht für die Truppe, dass wir uns im folgenden Satz gegen alle Widrigkeiten noch einmal wehrten! Jeder hatte mit sich selbst, mit dem Gegner und mit den immer wieder fehlenden Zentimetern zu kämpfen. Und dieser Kampf (und Krampf) wurden schlussendlich auch belohnt und wir holten uns den Ausgleich!

Doch auch die Gastgeber wollten nicht kleinbei geben. So wogte der Tiebreak hin und her, bis zum Seitenwechsel war alles auf Augenhöhe, doch dann verließen uns das Glück und alle guten Geister noch dazu! Mit 11:15 war alles vorbei. Der Kampf wurde nicht belohnt. Zu viele falsche Entscheidungen, zu wenig Druck auf den Gegner, einfach zu wenig.

Was bleibt nach diesem Tag? Einen Punkt gewonnen trotz aller Fehler und Unzulänglichkeiten! Die neuen Spieler konnten auch gleich mal eine solche Erfahrung machen. Wir bekommen bzw. bekamen zwei Lokalrunden für verschlagene Satzbälle (danke an Paule und Eric!). Und am Abend in der Kneipe wurden uns von Axel ein Satz WSG-Schlüpfer versprochen! – Ich freu mich drauf!!!

Für das nächste Spiel möchte ich es im Sinne des Beitragsbilds halten: Drauf geschissen! Freuen wir uns auf unser erstes Heimspiel in der neuen Wohnstube und auf ein volles Haus!

Comments are closed.